Zum Abspielen des Beispiel-Videoclips, einfach das Bild anklicken. Unten rechts können Sie dann in den Vollbildmodus schalten.


Die Tabulatoren (Tabs) laufen im Videoclip zeilenweise und synchron zur Melodie über den Bildschirm. Dabei besteht jeder Zeilenblock aus drei Einzelzeilen. Der Zeile mit den Angaben zur Akkordbegleitung (Akkord-Zeile), der Zeile mit den Tabulatoren (Tab-Zeile) und, falls vorhanden, der Zeile mit dem Liedtext (Textzeile).

Vor jeder Tab-Zeile steht die Zeitangabe, wann die Melodie dieser Zeile beginnt. Unten links  im Fuchssymbol wird die aktuelle Ablaufzeit des Videoclips eingeblendet. So ist es möglich, jeweils genau die Zeile zu finden, die aktuell abgespielt wird.

Wie man eine Melodie am besten mit diesen audiovisuellen Lern- und Übungssystem lernt und übt, erfahren Sie selbstverständlich im Workshop sehr ausführlich. Wenn Sie sich vorab schon mal genauer informieren möchten, erklärt Ihnen der folgende Text das audiovisuelle Lern- und Übungssystem bereits sehr ausführlich.

Das Einzeltonspiel

Um eine Melodie sauber erklingen zu lassen, spielt man auf einer chromatischen Mundharmonika nur Einzeltöne. Es gibt zwei Möglichkeiten, Einzeltöne zu spielen.

Beim Tongue-Blocking (Zungen-Ansatz) werden 3 bis 4 Kanäle mit den Lippen umschlossen. Dabei deckt die Zunge wiederum alle Kanäle – bis auf den ganz rechts liegenden – ab. Daher auch der Name Tongue-Blocking. Auch wenn diese Technik die Grundlage für die Kombination von Melodiespiel und Oktavspiel (Splitting) bildet, gehe ich hier auf diese Technik nicht näher ein, da sie nicht ganz einfach zu erlernen ist.

Ich empfehle deshalb die Lipping-Technik (Pfeifmund). Bei dieser Technik wird ein Einzelton mit gespitztem Mund erzeugt, ähnlich der Lippenstellung die man beim Pfeifen benutzt.

Was die Tondauer und die Tonlautstärke betrifft, erfolgt das Nachspielen der abgelesenen Tabs automatisch im Zusammenspiel mit der Erinnerung an die gehörte Melodie.

Lernen beim sofortigen Spielen

In Videoclips wird das Musikstück auf einer Mundharmonika vorgespielt und das Gedächtnis speichert automatisch alle musikalischen Parameter, wie Tonhöhe, Tondauer und Tonlautstärke.

Bei der Umsetzung der Tonhöhe auf die Mundharmonika helfen die synchron zur Musik ablaufenden Tabs, nämlich in welche Löcher muss man blasen und an welchen muss gezogen werden.

Eine Zahl ohne Vorzeichen heißt Blasen

(z.B. 5 = Blasen in Kanal 5)

Eine Zahl mit einem Minuszeichen heißt Ziehen

(z.B. -6 = Ziehen in Kanal 6)

Ein Pfeil hinter der Zahl heißt gleichzeitig Schieber drücken

(z.B. -7< = Ziehen in Kanal 7 und Schieber drücken)

Ein ° hinter der Zahl bedeutet, dass auf einer 16-Loch-Mundharmonika die ersten 4 Löcher gemeint sind, also die Oktav von c3 bis c4 (c bis c‘)

(z.B. -3°< = Ziehen in Kanal 3° und Schieber drücken)

Videoclip öffnen und nach Anleitung vorgehen:

  1. Zunächst das Musikstück einmal ganz anhören.
  2. Danach das Musikstück erneut von vorne abspielen, nach wenigen Tab-Zeilen die Pausen-Taste drücken und nun mit Hilfe der Tabs die Melodie dieser Zeilen aus dem Gedächtnis nachspielen.

Vor jeder Tab-Zeile steht die Zeit in Minuten und Sekunden, wann im Ablauf diese Zeile beginnt. Mit dieser Angabe lässt sich jeder Zeilenbeginn mit dem Curser in der Suchleiste des Mediaplayers einstellen oder durch Vor- und Rücklauf beim Abspielen auf einem Fernsehgerät.

Evtl. hören Sie sich die Passage ein zweites oder ein drittes Mal an und spielen sie jedes Mal mit Hilfe der Tabs nach, wobei bemerkbar wird, dass die Erinnerung an die Melodie hilft, mit der richtigen Tondauer und Tonlautstärke zu spielen.

  1. Wenn sich die Melodie im Gedächtnis eingeprägt hat, spielen Sie die laufenden Tab-Zeilen der bereits eingeübten Passagen nach, aber zunächst noch ohne Ton.

(Bei schnelleren Stücken stellen Sie evtl. zunächst die Wiedergabegeschwindigkeit von normal auf langsam, so dass Sie ohne jeglichen Zeitdruck die laufenden Tab-Zeilen einüben können. Danach spielen Sie die Tab-Zeilen in normaler Wiedergabegeschwindigkeit, immer noch ohne Ton. Dadurch justiert man automatisch seine Spielgeschwindigkeit, ohne durch den vielleicht doch noch etwas schnelleren Lifeton irritiert zu werden, da gleichzeitig immer mehrere Zeilen sichtbar sind und man am Anfang ruhig auch mal „hinterher hinken“ darf. )

  1. Wenn man erkennt, dass der Spielfluss in etwa der Laufgeschwindigkeit der Tab-Zeilen entspricht, spielt man die eingeübte Passage mit eingeschaltetem Ton synchron zur vorgespielten Mundharmonika nach.
  2. Dieses Schema wiederholt man mit allen Passagen, die durch die Zusammenfassung von wenigen Zeilen des Musikstücks melodisch sinnvoll gebildet werden.
  3. Nachdem alle Zeilen abschnittsweise nachgespielt wurden, kann das ganze Musikstück in einem Lauf geübt werden. Dabei wird vielleicht eine weitere Besonderheit des audiovisuellen Lern- und Übungssystem auffallen. Anders als auf einem mit Noten oder Tabs bedrucktem Blatt, bei dem eine ständige Konzentration auf das Finden der zu spielenden Noten erforderlich ist, insbesondere bei Wiederholungen mit Zeilenrücksprüngen, laufen die Tab-Zeilen immer im gleichen Winkel mit der richtigen Geschwindigkeit zum Auge ab, was automatisch ein flüssiges Spiel fördert.

Weder Notenblätter, noch ein anders Lernsystem, auch keins mit gedruckte Tabs und Begleit-CD, bieten diese Vorteile beim Lernen und Üben von Musikstücken mit der Mundharmonika.

Der Liedtext

Ein nicht zu unterschätzende zusätzliche Hilfe beim Nachspielen eines Liedes ist der bei einigen Liedern vorhandene und mit ablaufende Text, der in einzelnen Worten, Silben oder Buchstaben den Tabs zugeordnet wurde. Gleichzeitig steigert ein Text natürlich auch die emotionale Wirkung einer Melodie.

Die Akkordbegleitung

In der Regel werden in der ersten Zeile die Akkorde für die Begleitung angezeigt. Sofern vorhanden, steht unter der Tab-Zeile dann der Text.

Wie der Name „audiovisuelles Lern- und Übungssystem“ schon sagt:

Ohne Üben geht es nicht!

Dazu ein Auszug aus einem Fachbeitrag von Herrn Prof. Altenmüller:

„Voraussetzung für die geordnete und fehlerarme Bewältigung vielschichtiger Informationsverarbeitungsprozesse ist ein Lernvorgang, das Üben. Durch Üben werden die sensomotorischen, auditiven und die visuell integrativen Fertigkeiten erworben, die für die Beherrschung eines Instruments oder auch für das Singen notwendig sind. Gleichzeitig werden Gedächtnissysteme angelegt, strukturell analytische Kenntnisse zur Erfassung eines Musikstücks erlernt und expressives, emotionales Musizieren geübt. Musizieren bedarf dabei des viele Jahre dauernden intensiven Lernens, in der auch der Prozess des Übens selbst ständig reflektiert und optimiert wird. Aber nicht nur der Erwerb, auch die Erhaltung eines hohen spieltechnischen Niveaus über die Jahre der Ausbildung hinaus beruht auf ständigem Üben.“

Tab-Blätter als Ergänzung zu den Videoclips

Nachdem man durch Wiederholungen und ständiges Üben das Stück gelernt hat und die musikalischen Parameter im Gedächtnis abgespeichert wurden, benötigt man zum Nachspielen der dann bekannten Musikstücke nur noch die Tabs. Dazu erhalten Sie in den Workshops die Tabs ausgedruckt. Damit lassen sich Musikstücke dann auch ohne PC, Tablet oder DVD-Player an jedem Ort nach Tabs spielen.